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Vereinschronik

Gründungszeit

In der ehemaligen Gemeinde Hofkirchen hatte das sportliche Schießen immer schon Tradition. Dies beweist die Tatsache, dass neben dem Schützenverein Edelweiß Haimelkofen drei weitere Schützenvereine, und zwar in Hofkirchen, Osterham und Asbach bestanden, die allerdings seit längerer Zeit den Schießbetrieb eingestellt haben.

Leider sind aus der Zeit der Vereinsgründung der Edelweißschützen keine schriftlichen Unterlagen vorhanden. Das einzige Dokument, das Erhalten blieb, ist ein Foto der Gründungsmitglieder aus den Anfangsjahren des Vereins.

Zeitungsanzeigen und Berichte aus dem damaligen „Mallersdorfer Anzeiger“ belegen, dass die „Zimmerstutzen-Schützen-Gesellschaft Haimelkofen“, wie sie sich zu dieser Zeit nannte, bereits 1907 aktiv war. So wird in einer Anzeige angekündigt, dass am Samstag, den 23. November 1907 der erste Schießabend stattfindet. Am 05. Februar 1908 berichtet die Zeitung über einen interessanten Kauf, bei dem ein Schütze eine trächtige Geiß veräußerte. Ein Inserat aus dem Jahre 1908 lädt zu einem Preis-Schießen ein.

Wie und ob der Schießbetrieb von 1908 bis 1926 weitergeführt wurde, ist nicht bekannt.

Erst aus dem Jahr 1926 konnte wieder eine Voranzeige im „Mallersdorfer Anzeiger“ aufgefunden werden, die zu einem Zimmerstutzen-Schießen mit Christbaum-Feier ins Gasthaus Obermüller einlädt. Zu diesem Zeitpunkt nannte man sich bereits „Edelweiß-Schützen“. Weitere Inserate vom Februar 1927 über einen Schützenball am 13. Februar und vom November 1927 über eine Christbaumfeier am 27. November belegen, dass der Verein ab 1927 wieder sehr aktiv war.

1927/28 war es auch, als sich 16 junge zielstrebige Männer, die Freude am Schießsport hatten und das gesellige Beisammensein pflegten, entschlossen, die Schützengesellschaft Edelweiß Haimelkofen offiziell als Verein zu gründen. Als funktionsfähige Vorstandschaft wurde eingesetzt bzw, gewählt:

1. Schützenmeister: Anton Englbrecht, Kassier und Schriftführer: Georg Gschneidinger

Ein Foto aus der Gründungszeit:

SW-Foto optimiert nachträglich coloriert

Gründungsmitglieder 1928

Von den anfänglich spärlichen finanziellen Mitteln wurde ein gebrauchter Zimmerstutzen erworben. Zum regelmäßigen Schießsport traf man sich an den Wochenenden im Herbergslokal Obermüller, wobei das Gesellschaftliche auch zu seinem Recht kam. Es wurden einheitliche Bierkrüge mit Namensaufdruck angeschafft.

1928 veranstalteten die Edelweißschützen am 15. Januar einen Schützenball, am 21. und 22. April ein „Stroh-Schießen mit Konzert und 30 Preisen“ und am 16. Dezember eine „Christbaumfeier mit Konzert“.

Die Aktivitäten des Schützenvereins im Jahr 1930 sind durch Inserate über einen Schützenball am 26. Januar und eine Christbaumfeier am 28. Dezember belegt.

Aus dem Jahr 1931 ist durch eine Zeitungsanzeige Wiederum ein Faschingszug in Haimelkofen mit abendlichem Faschingsball im Gasthaus Obermüller belegt. Schützen und Wirtin luden in einer separaten Anzeige zum Besuch des Schützenballs ein.

Leider fehlen weitere Nachweise ab dem Jahr 1932.

Als die meisten Schützenbrüder im Jahr 1939 zu den Waffen gerufen wurden, ruhte das Vereinsleben des Schützenvereins Edelweiß. Viele Kameraden mussten im 2. Weltkrieg ihr Leben lassen.

Wiederbeginn nach dem 2. Weltkrieg

Nach 1950 ergriff Max Schmidbauer die Initiative, den Schießbetrieb wieder aufleben zu lassen. Es fand sich sogleich eine Anzahl von Burschen und Männern bereit, in dem Verein als Schützen aktiv zu werden. Die meisten von ihnen sind auch heute noch Vereinsmitglieder. Vorerst war nur ein Schießstand vorhanden, der später auf zwei Scheibenzuganlagen erweitert wurde.

Zeitungsartikel von 1954:

Viele Vorstände lösten sich in den darauffolgenden Jahren ab und setzten sich für den Erhalt des Vereins ein. Die Vorstände waren immer bemüht, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und den Kassenstand aufzubessern. So wurden Christbaumversteigerungen, Schafkopfrennen, Tanzveranstaltungen, Schubkarrenrennen und Sackhüpfen veranstaltet.

Ab 1972 konnte der Verein einen großen Anstieg der Mitgliederzahl verzeichnen, da sehr viele junge Schützen, darunter auch Damen, der Schützengesellschaft beitraten. Von diesem Zeitpunkt an wurde mehr Wert auf gesellschaftliche Veranstaltungen gelegt.

1974 schaffte man eine einheitliche Vereinskleidung an.

Jahr 1975 wurden viele Mitglieder für ihre langjährige Vereinszugehörigkeit geehrt.

Ein bedeutender Abschnitt war im Jahr 1975 die Ernennung der damals noch lebenden Gründungsmitglieder zu Ehrenmitgliedern. Es waren dies Georg Gschneidinger, Otto Hirsch, Alois Geiger, Johann Strobl und Ludwig Schmid.

1975 wurde der Verein auch ins Vereinsregister eingetragen. Seither beteiligt man sich an den Rundenwettkämpfen, zum überwiegenden Teil mit großem Erfolg.

Unter anderem wurden 1976 die Schießstände vom Gastzimmer in den Saal verlegt und auf vier Schießstände erweitert.

Seit langem wurde der Wunsch geäußert, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Am 30.04.1977 entschied sich die Schützengesellschaft für den Ankauf einer Fahne und für die Abhaltung einer Fahnenweihe im Jahr 1978, verbunden mit dem 50-jährigen Gründungsfest.

1978 – 50-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe

Zum absoluten Höhepunkt der bisherigen Vereinsgeschichte wurde das Jahr 1978. Vom 30. Juni bis 02. Juli 1978 feierte die Schützengesellschaft Edelweiß ihr 50-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe. Selbst in ihren kühnsten Erwartungen hatten die Edelweißschützen nicht zu hoffen gewagt, dass dieses Fest zu einem so großartigen Erfolg werden würde. Manfred Grahl, damals erster Schützenmeister des Vereins, hatte mit den Festausschussmitgliedern das Fest hervorragend vorbereitet. Schirmherr war Landrat Ingo Weiß. Als Fahnenmutter konnte Irmgard Guggenberger gewonnen werden. Mit ihr verschönten 24 Festdamen und zwei Festmädchen als Begleiterinnen der Fahnenmutter die festlichen Tage.

„Fahnenweihe war strahlendes Schützenfest“ betitelte die Allgemeine Laberzeitung den Bericht vom 05.07.1978. Insgesamt 66 Vereine feierten mit den Edelweißschützen ihr 50-jähriges Bestehen.

Die neue Fahne der Edelweißschützen:

1979

Der Vereinsführung war es daran gelegen, dass nach dem großartigen Gründungsfest mit Fahnenweihe keine „Flaute“ kommen würde.

So wurde im Jahr 1979 eine neue Schützenkette angeschafft und die bisherige Kette zur Jungschützenkette umfunktioniert. Im gleichen Jahr wurden die Schießstände von vier auf sechs erweitert. Zu den festen Veranstaltungen des Vereins gehörten weiterhin Weihnachtsfeiern, Freundschaftsschießen, Königsschießen, Gartenfeste, Vereinsausflüge und Faschingsveranstaltungen. Auch organisierte der Verein zwei Heimatabende und das traditionelle Maibaumaufstellen.

1981 beteiligte man sich erstmals an der Schülerrunde im Gau.

Mehrere Schützenbrüder nahmen 1983 am Vereins-Übungsleiterlehrgang teil.

Im Jahr 1985 erwog man verstärkt die Möglichkeiten zum Bau einer neuen Schießanlage.

Es wurde dabei über einen Umbau im bestehenden Wirtshaus alternativ über die Errichtung eines Flachbaues im oberen Hof des Anwesens Obermüller nachgedacht. Als möglicher Standort wurde auch der Stadl des Obermüller-Anwesens in Betracht gezogen.

In kleinem Rahmen wurde im Jahr 1988 mit allen Dorfvereinen das 60-jährige Gründungsfest gefeiert.

1994 – Neuer Schießstand

Die Errichtung eines neuen Schießstandes „brannte schon seit einigen Jahren unter den Nägeln“. So begann man 1994 mit der Planung eines Schießstandes im Obermüllerstadel.

Im Jahre 1994 wurde der Dachstuhl des Gasthauses Obermüller erneuert, dadurch ergab sich eine Lösung dahingehend, dass im Obergeschoss des Herbergslokals mit dem Bau eines Schießstandes begonnen werden konnte. Durch einen Pachtvertrag über 25 Jahre wurde die Investition abgesichert.

Mit viel Gemeinschaftsgeist errichteten die Mitglieder der Schützengesellschaft Edelweiß im Jahre 1994/1995 den neuen Schießstand mit Aufenthaltsraum in Eigenregie. Dieser wurde am 21. Mai 1995 mit der Segnung durch Stiftskanonikus Wachter seiner Bestimmung übergeben.

Der damalige Pächter des Gasthauses Obermüller gab dem Herbergslokal der Edelweißschützen nach der Renovierung im Jahr 1995 den Namen „Brunnenwirt“ (nach dem Quellwasserbrunnen vor dem Gasthaus).

1996 – Erste Dorfmeisterschaft mit Weinfest

Im Jahr 1996 richtete die Schützengesellschaft Edelweiß die erste Dorfmeisterschaft im Luftgewehrschießen aus. Es beteiligten sich 13 Vereine und Organisationen mit insgesamt 134 Schützen. Erstmals wurde auch ein Weinfest veranstaltet, bei dem die Pokale und Preise aus der Dorfmeisterschaft verliehen wurden.

Ein aktives Vereinsleben prägte die Schützengesellschaft in den kommenden Jahren. Beachtenswerte Erfolge, insbesondere auch in der Jugendarbeit, konnten verzeichnet werden.

Laufend wurde sowohl in die Ausrüstung als auch besonders in die Ausbildung investiert.

In regelmäßigen Abständen war es die Schützengesellschaft Edelweiß Haimelkofen, die vor dem Brunnenwirt in Haimelkofen einen Maibaum errichtete. Zu diesem Maibaumaufstellen gehörte natürlich auch der alte Brauch des Maibaumstehlens. Mehrmals musste der Verein für den gestohlenen Baum eine saftige Auslöse zahlen.

Zu einer außerordentlichen Generalversammlung trafen sich die Mitglieder der Schützengesellschaft Edelweiß Haimelkofen am 27.04.2001 im Vereinslokal Brunnenwirt in Haimelkofen. Neben der Bekanntgabe der Schützenkönige und der Besprechung vereinsinterner Angelegenheiten ging es vor allem um die Abhaltung eines Gründungsfestes, da der Verein im Jahr 2003 auf sein 75-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Der damalige erste Vorsitzende das Jahres 1978, Manfred Grahl, gab einen Rückblick über den Ablauf des 50-jährigen Gründungsfestes mit Fahnenweihe im Jahr 1978.

Im Anschluss an dessen Ausführungen forderte der jetzige 1. Vorsitzende Peter Zuckmantel zur Abstimmung über die Feier eines Gründungsfestes im Jahr 2003 auf. Fast einstimmig wurde beschlossen, ein Gründungsfest zu organisieren. Damit war der Startschuss für das Gründungsfest gefallen.

2003 – 75-jähriges Gründungsfest

Vom 27. – 30. Juni 2003 feierten die Edelweißschützen ihr 75-jähriges Gründungsfest. Als Festmutter konnte Manuela Guggenberger, die Schwiegertochter der Fahnenmutter von 1978 Irmgard Guggenberger, gewonnen werden. Schirmherr war Bürgermeister Xaver Eggl.

Die hervorragende Organisation von Festleiter Stefan Walter mit dem 1. Schützenmeister Peter Zuckmantel, dem 2. Schützenmeister Werner Zankl und den Mitgliedern des Festausschusses bereitete den Edelweißschützen und den zahlreichen Besuchern ein erfolgreiches und unvergessliches Fest.

2016 – Gaupokalsieger

Nach einem spannenden Finale in Ergoldsbach konnten die Edelweißschützen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Gaupokal des Labergau gewinnen. Die mit „Mann und Maus“ und Fanclub angereisten Edelweißschützen konnten durch die schiere Übermacht der Teilnehmer einen knappen Sieg gegen die mit Bundesligisten gespickte Mannschaft aus Zaitzkofen erringen.

2018 – 90-jähriges Gründungsfest

Nach diesem Erfolg, der sicherlich auch dazu beigetragen hat, dem Verein einen ordentlichen Mitgliederzuwachs zu bescheren, wurde Ende 2016 unter dem 1. Vorstand Stefan Walter beschlossen, ein 90-jähriges Gründungsfest zu halten.

Dieses fand dann in einem ungewöhnlichen Format statt, 5 Tage Fest vom 30.05. bis 03.06.2018, Mittwoch bis Sonntag. Festleiter war Moritz Seeholzer. Unter höchstem Einsatz aller Festqualitäten konnten Bürgermeister Johann Grau als Schirmherr und wieder Manuela Guggenberger als Festmutter der jeweiligen Bitte nicht absprechen. Patenverein wurden wieder, wie schon 2003, die Labertal-Schützen Laberweinting.

2019-2021 – Renovierung des Vereinsheims „Brunnenwirt“

Nachdem sich für das Vereinsheim „Brunnenwirt“ schon seit längerem kein neuer Wirt mehr abzeichnete, was sicherlich auch an dem Zustand der stark renovierungsbedürftigen Räumlichkeiten lag, haben die Edelweißschützen beschlossen, in Absprache mit dem Besitzer, die Gaststube und Küche zu renovieren sowie neue Toiletten einzubauen. Sogar während der Corona-Zeit konnte das mit über 1000 Arbeitsstunden in Eigenregie durchgeführt werden. Die Ausgangs- und Kontaktverbote während der Corona-Pandemie wurden dabei natürlich stets eingehalten. Traurigerweise verstarb der Besitzer des Brunnenwirts und unser langjähriges Mitglied Johann Obermüller während dieser Zeit, so dass ob der unsicheren Zukunft des Anwesens lange ungewiss war, ob sich der hohe Material- und Personalaufwand überhaupt auszahlte.

2023 – Edelweißschützen mieten den „Brunnenwirt“

Nach dem Verscheiden des Besitzers des Brunnenwirts formierte sich aus Dorf- und Vereinsmitgliedern eine „Interessensgemeinschaft Brunnenwirt“, um das historische Anwesen (erste Erwähnung 1826) zu erhalten. Die Gemeinde konnte davon überzeugt werden, die notwendigen Mittel aufzubringen, um das Anwesen zu erwerben und somit vor Spekulanten und Investoren zu Schützen und dem Wirtshaussterben in Bayern entgegenzuwirken. Gleichzeitig wurde der Grundstein für eine Heimat der Bachvereine geschaffen. Seitdem wurde viel am und um den Brunnenwirt gearbeitet, stets in Eigenregie der Vereine.

2026 – Umstellung auf elektronischen Schießstand

Auch die Edelweißschützen machen nicht vor dem techischen Fortschritt halt und so kam es dann, dass 2025 von der Vorstandschaft unter Peter Stadler beschlossen wurde, einen elektronischen Schießstand kaufen. Nach umfangreichen Umbauarbeiten, Anträgen zur Förderung von Gemeinde und BSSB, wurde der Umbau in den Sommerferien 2026 durchgeführt und der Schießstand konnte im September 2026 in Betrieb genommen werden.